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Erzbischof Paris Lodron regierte 34Jahre als Kirchen- und Staatsmann in Salzburg. |
SALZBURG. Am 13. Februar 1586 wurde Paris Lodron auf Schloss Castelnuovo di Noarna geboren. Als erstgeborener Sohn von Nikolaus Graf Lodron und Dorothea von Welsperg begab er sich schon als Elfjähriger nach Trient um Theologie zu studieren. Sein Studium beendete er 1604 bei den Jesuiten in Ingolstadt. Bereits zwei Jahre später begann seine geistliche Karriere in Salzburg, als sein Onkel Anton Graf Lodron zugunsten seines Neffen auf sein Kanonikat verzichtete. 1614 folgte die Priesterweihe. 1616 beerbte er seinen Onkel in der Würde des Dompropstes. In den folgenden Jahren avancierte er zum maßgebenden Berater des Erzbischofs in Fragen der Außenpolitik. Durch sein kluges Verhandlungsgeschick und durch sein taktisches Vorgehen gelang es ihm schon zu dieser Zeit, Salzburg vor kriegerischen Auseinandersetzungen zu bewahren. Gerade in einer Zeit, die von großen außenpolitischen Unruhen geprägt war, starb Erzbischof Markus Sittikus. Bereits im ersten Wahlgang 1619 wurde Paris Lodron zum neuen Erzbischof gewählt. Obwohl er es schaffte das Erzstift nicht in Kampfhandlungen des „Dreißigjährigen Krieges“ zu verwickeln, forderte der Krieg seinen Tribut von der Salzburger Bevölkerung. Steuererhöhungen, Verteidigungs- und Rationierungsmaßnahmen musste diese hinnehmen. Die Belastungen führten zur Verarmung und sozialer Not der Menschen.
Trotz der politisch instabilen Lage brachte Paris Lodron verschiedene Projekte, welche seine Vorgänger begonnen hatten, zu Ende. Das durch Markus Sittikus errichtete Gymnasium wurde 1622/1623 in den Rang einer Universität erhoben. Durch den Bau der Wehranlagen, aber speziell durch die Fertigstellung des Domes, erlangte der Baumeister Santino Solari große Berühmtheit. 1628 erfolgte die prunkvolle Einweihung des Domes mit einem Fest, das sich über mehrere Tage erstreckte. Am 15. Dezember 1653 starb Paris Lodron im Alter von 67 Jahren. Seine großen Verdienste für Salzburg hatten ihm schon während seiner Lebenszeit den Namen „Vater des Vaterlandes“ eingebracht.
Die Persönlichkeit Paris Lodrons, sein 350. Todestag sowie der 380. Jahrestag der Gründung der Universität sind Anlass für eine Reihe von Veranstaltungen, die in diesem Jahr in Salzburg über die Bühne gehen. Das Dommuseum widmet seine 28. Sonderausstellung Paris Lodron. Apost. Protonotar Prälat Dr. Johannes Neuhardt, Domdechant und Prof. Dr. Reinhard Rudolf Heinisch, Vorsitzender der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, begannen schon vor zwei Jahren mit der Planung der Sonderausstellung.
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Direktor Dr. Keller vor einem Gemälde von Adrian Bloemart |
Herausragende Werke, wie die „Silberne Madonna“ von Johannes Lencker, datiert 1620/1630 aus dem Domschatz, sowie das Szepter der Universität von Andreas Hamberger aus dem Jahr 1656 sind ausgestellt. Über die Orgelempore – die einen einzigartigen Blick in das Langschiff des Doms gewährt – erreichen die Besucher das nördlich gelegene Oratorium. In diesem Teil des Doms sind Zeugnisse über das Wirken Paris Lodrons als weltlicher Herrscher zu finden. Unter den Ausstellungsstücken finden sich Gemälde, Ansichten und Skulpturen, verschiedene Waffen sowie das Szepter der Universität. Museumspädagogische Programme, wie ein Suchspiel, ein Dom-Puzzle und „Brezelschweif knoten“ machen für Kinder einen Besuch im Dommuseum attraktiv.
In einem gebührenden Festakt eröffnen der Domchor und das Originalinstrumentenensemble „Sonatores Pannoniae“ unter der Leitung von Janos Czifra „Der Jahrestag glänzt vor Licht, an welchem der Erzbischof Paris für Salzburg gewählt worden ist,...“ die Sonderausstellung.
Die Sonderausstellung ist vom 16. Mai bis 26. Oktober, jeweils von Montag bis Samstag von 10.00–17.00 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 13.00–18.00 Uhr geöffnet. Führungen finden jeden Samstag um 10.30 Uhr statt.