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Gemeinsam Stärke zeigen

Hilfe&Hobby: Akzente und Caritas schaffen Perspektiven für Ehrenamtliche

Gemeinsam die Freizeit verbringen
Nicht nur das „Wuzeln“ macht in geselliger
Runde mehr Spaß als allein: die Hobbybörse
vermittelt Partner für eine gemeinsame Freizeit.
„Vom Nebeneinander zum Miteinander“ – unter dieses Motto haben Akzente Salzburg und die Caritas ihr Gemeinschaftsprojekt „Hilfe&Hobby“ gestellt. An der Schaltstelle in der Salzburger Glockengasse sitzt die Koordinatorin Mag. Ingrid Ebner und vermittelt den vierten Mitspieler für die Tarockrunde, sucht die passende Pianistin für den Hobbysänger oder verhilft der gehbehinderten Frau zu einer netten Begleiterin für das Barockkonzert.

SALZBURG. „Seriosität“ heißt das Zauberwort in Ebners „Hobby und Hilfebörse“ und zu diesem Zweck nimmt die engagierte Frau im persönlichen Erstgespräch die Interessenten für „Hilfe&Hobby“ genau unter die Lupe. Vor allem alleinstehende Männer müssen da manchmal ein resolutes Wort vertragen: „Wir sind keine Partnervermittlung.“ Gegen die Himmelsmacht der Liebe ist manchmal allerdings auch die strenge Auswahl der „Hilfe&Hobbybörsianer“ machtlos: „Natürlich entwickeln sich bei der gemeinsamen Freizeitgestaltung oft innige Freundschaften“, räumt Ebner schmunzelnd ein.
Vor allem Menschen in Umbruchssituationen, etwa nach einem Umzug, nach einer Trennung oder dem Tod des Lebenspartners suchen Anschluss: da ist die Frau, die allein nicht kochen und noch viel weniger allein essen wollte und dank „Hilfe& Hobby“ eine Freundin für kulinarische Höhenflüge gefunden hat, der Wanderfreund, der den Rundblick vom Berggipfel nun mit Gleichgesinnten teilt oder die begeisterte Tänzerin, die ab sofort mit einem neuen Tanzpartner eine heiße Sohle aufs Parkett legen kann.
90 Prozent der Hilfe&Hobbybörsianer sind Frauen, quer durch alle Alters- und Gesellschaftsschichten: Für den starken weiblichen Überhang hat Ebner eine einleuchtende Erklärung: „Die Männer sind eher in Vereinen und Clubs organisiert oder pflegen ihre Stammtischrunden – da ist der Bedarf weitgehend gedeckt.“
Haben sich die „Hobbybörsianer“ der gemeinsamen Freizeitgestaltung verschrieben, stellen die „Freiwilligen“ der „Hilfebörse“ ihr Engagement ganz in den Dienst einer guten Sache.


Wandern und Bergsteigen
stehen ganz oben auf der
„Hitliste“ der Freizeitwünsche.
Eine richtige Freundschaft habe sich aus der anfänglichen Hilfe für eine ältere Dame entwickelt, berichtet die „Freiwillige“ Barbara Potocnik: Fünf Konzerte haben die beiden kulturinteressierten Frauen mittlerweile schon besucht und sogar der gefürchtete Heimweg in der Dunkelheit hat dank Potocniks Begleitung für die ängstliche Dame seinen Schrecken verloren. An Flexibilität und Organisationstalent darf es Ebner nicht mangeln, will sie die Bedürfnisse der Hilfesuchenden und die Interessen „ihrer Freiwilligen“ unter einen Hut bringen: da sucht die Behindertengruppe noch zusätzliche Begleitung für ihr Langlaufwochenende, während der Gnadenhof für ausrangierte Reitpferde, 30 Hunde und ebenso viele Katzen noch dringend kräftige Hände zum Stallausmisten braucht oder die Rollstuhlfahrerin gern ins warme Wasser einer Thermalquelle tauchen möchte, sich aber ohne Hilfe diesen Wunsch versagen muss.


Besonders am Herzen liegen Ingrid Ebner die Flüchtlinge, die in den Heimen ihre Zeit mit Warten totschlagen müssen: „Vor allem im Pinzgau suchen wir noch dringend Ehrenamtliche, die abseits der angebotenen Deutschkurse mit den Flüchtlingen reden und ein wenig Abwechslung in ihr Leben bringen.“
Und weil noch immer durchs Reden am ehesten die Leute zusammenkommen, hat Ingrid Ebner kürzlich den „Hobbystammtisch“ sowie die Runde der „Freiwilligen“ aus der Taufe gehoben. Zur Seite steht ihr – ebenfalls ehrenamtlich – sowohl bei den gemütlichen Grillabenden als auch bei den lockeren Gesprächsrunden die erfahrene Gruppentrainerin Mag. Linde Spiluttini: „Die Treffen haben nicht nur einen geselligen Aspekt, sondern hier erfahren die ,Ehrenamtlichen’ Wertschätzung und Anerkennung für ihr Engagement. Der persönliche Austausch ist der ideale Weg vom Wissen und der Kompetenz der anderen Teilnehmer zu profitieren.“
Gertraud Katzlberger



TIPP: Hilfe&Hobby, Mag. Ingrid Ebner, Glockengasse 4c/EG, Salzburg, Tel. 0 66 2/84 92 91-14; E-Mail: ingrid.ebner @akzente.net; Internet: www.hilfeundhobby.at;
Öffnungszeiten Mo-Do 8.00 – 12.00 Uhr und 13.00 – 17.00 Uhr, Fr 8.00 – 12.00 Uhr.



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