
PFINGSTEN IST OSTERN. In die gelähmte Gemeinschaft kommt neuer Schwung: Hier wirkt Gottes eigener Geist. Diese ermutigende Erfahrung wird in der Apostelgeschichte auf das jüdische „Wochenfest“ datiert, den als Fest der Bundeserneuerung begangenen 50. Tag nach dem Paschafest. Am 50. Tag nach Ostern – das griechische ‚„pentekoste“, der „Fünfzigste“, hat sich zu unserem „Pfingsten“ abgeschliffen – feiert die christliche Gemeinde den durch Jesu Lebensgabe erneuerten Gottesbund. Seine Gabe ist der Heilige Geist, der Totes lebendig macht, Getrenntes verbindet, Erstarrtes wärmt, Glühendes kühlt und Müdes erfrischt. Pfingsten ist kein eigenes, in sich geschlossenes Ereignis, das viele Tage nach Ostern stattgefunden hätte, sondern es zeigt, was Ostern bedeutet: nicht nur zu erfahren, dass der gekreuzigte Jesus von den Toten auferweckt ist, sondern sich von dieser Erfahrung in den Dienst nehmen zu lassen, sein eigenes Leben auf diesem Fundament zu bauen und zum Boten, zur Botin dieser Begeisterung zu werden. Pfingsten übersetzt das einmalige Osterereignis in den Alltag.