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Kurz & Bündig

Aufschrei gegen Leid der Frauen

Mag. Gertraud Katzlberger

 

 

Manchmal mag man gar nicht fassen, welchen Aufruhr scheinbar unbedeutende Urteile auslösen.

In Deutschland wird hitzig diskutiert, ob die Beschneidung jüdischer oder muslimischer Buben nun ein Angriff auf die Unversehrtheit des Kindes oder aber ein Verbot ein Angriff auf die Religionsfreiheit sei.
Nun glaube ich ja, dass die Beschneidung ohne medizinische Notwendigkeit ein archaisches Ritual der Männlichkeit ist, das in einer aufgeklärten Welt nicht notwendig ist. Die Aufregung um ein Stückchen Haut kann ich aber nicht nachvollziehen. Eine andere Dimension hingegen ist die noch immer in Ländern Afrikas, im Nahen und Mittleren Osten praktizierte Beschneidung von Mädchen. Der Aufschrei gegen diese barbarische Tradition, die den Frauen im besten Fall „nur“ das sexuelle Empfinden raubt, im schlimmeren Fall tödlich sein kann, hält sich in Grenzen. Der Schluss liegt nahe: Staub wirbelt das Wohl und Wehe von Männern auf, das vieltausendfache Leid der Frauen wird gern als „kulturelle Besonderheit“ abgetan.



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