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Hunderttausende Syrer wurden zu Flüchtlingen. |
Housing first, so heißt der Plan, Salzburgs Obdachlose von der Straße zu holen. Die Idee kommt vom Grazer Armenpfarrer Wolfgang Pucher. Mit einer Million Euro Startgeld, der Unterstützung vom Land und dem Zuspruch vieler sozialer Institutionen sollen dadurch in wenigen Jahren alle Wohnungslosen ein Zuhause haben.
Ingrid Burgstaller
Salzburg/Damaskus. Eine Million Syrer ist im eigenen Land auf der Flucht. Eine weitere Viertelmillion Menschen hat laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen Syrien ganz verlassen – in Richtung Türkei, Jordanien und dem Libanon. Drei Tage brauchte Zaina für die 20 Kilometer aus der umkämpften Stadt Homs bis zum verminten Grenzgebiet. Unter Panzerbeschuss schaffte es die Familie bis in den Zedernstaat, der Schwager wurde durch einen Granatsplitter verletzt. Jetzt sind sie in Sicherheit und müssen doch jeden Tag aufs Neue einen Überlebenskampf führen. Sie besitzen nichts mehr und sind auf Hilfe angewiesen.
Wer kann, flieht aus der „Kriegshölle“
In Syrien selbst liefern sich die Aufständischen und Truppen von Baschar al-Assad weiter schwere Gefechte. Wer nicht entkommen konnte, sitzt zwischen den Fronten in der Hauptstadt Damaskus oder in der Wirtschaftsmetropole Aleppo fest. Seit Beginn der Proteste im März 2011 sind mehr als 19.000 Syrer getötet worden, darunter 13.000 Zivilisten. „Am Anfang waren es friedliche Demonstrationen mit der Forderung nach sozialen Reformen. Die blutige Reaktion waren Verhaftungen, Folter und Hinrichtungen. Heute herrscht Terror. Wobei die Gewalt der oppositionellen Freien Syrischen Armee nicht mit jener des Regimes gleichzusetzen ist. Der bewaffnete Widerstand war die Antwort auf die Gewalt, die gesät wurde“, betont ein Mann, der das alles monatelang in Syrien miterlebte. Mit seiner Hilfsorganisation hat er die Versorgung von verletzten Aufständischen und ihrer Familien unterstützt.
Traum vom freien, demokratischen Syrien
Die Hilfe flog auf. Der Akademiker, der zum Schutz anonym bleiben muss, ist nun in seiner Heimat nicht mehr sicher. In den Augen der Machthaber hat er Hochverrat begangen. Eines steht für den gebürtigen Syrer, der heute im Ausland die Entwicklung beobachtet, fest: „Dieses Regime wird fallen. Die Frage ist nur wann.“ Das von ihm ersehnte Szenario: durch den verstärkten Druck von außen und das Überlaufen von hohen, auch alawitischen Offizieren, kommt es zum Sturz von Assad und seiner Regierung. Die Machtübernahme durch Islamisten erwarte er nicht, er sei optimistisch und freue sich auf den Augenblick, „wenn Damaskus die Hauptstadt eines freien, demokratischen Staates ist“.
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Blick über ein |
Überleben sichern
Die Flüchtlingshilfe der Caritas Libanon konzentriert sich auf die Bekaa-Ebene, nahe der syrischen Grenze. Dank der Hilfe des internationalen Caritas-Netzwerkes können im Zent-rum Taalabaya hunderte Flüchtlingsfamilien mit Lebensmittelpaketen, Hygiene-Kits, Decken und Bekleidung versorgt werden. Anfangs kamen viele noch bei libanesischen Gastfamilien unter. „Jetzt wird jedes Kellerloch, jede Garage, jeder Abstellraum genützt“, berichtet Stefan Maier, Leiter der Caritas-Auslandshilfe in Salzburg. Gemeinsam mit Direktor Hans Kreuzeder machte er sich vor kurzem ein Bild der Lage. „Da die libanesische Regierung dem syrischen Regime nahesteht, lässt sie die Errichtung offizieller Lager nicht zu. Die Menschen bauen sich aus Abfall und Plastik provisorische Zelte zusammen. Jetzt leiden sie unter der Hitze von 40 Grad. Dauert die humanitäre Krise an, wird im Winter die Kälte in der Region zum Problem.“
„Zukunft ohne Hunger“ lautet das Motto der Augustsammlung. Schwerpunkte sind heuer zwei humanitäre Katastrophen: der Kampf gegen die Hungerkrise in Westafrika (mehr auf Seite 24) und die Hilfe für syrische Flüchtlinge im Libanon. 300.000 Euro spenden die Menschen in der Erzdiözese Salzburg jährlich für die Kampagne, ein großer Brocken davon kommt aus den Pfarren. Direktor Kreuzeder dankt für dieses „Mittragen“ und allen Spendern für ihre Solidarität.
Unterstützen Sie eine syrische Flüchtlingsfamilie: www.caritas-salzburg.at/spenden