WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG
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Der Kommentar zum Sonntag

Der Geist Gottes befreit ins Leben

Angelika Gassner ist Referentin
für Spiritualität und Exerzitien im
Seelsorgeamt der Erzdiözese
Salzburg.

Markus berichtet am Anfang seines Evangeliums von zahlreichen Krankenheilungen und von Jesu kraftvollem Auftreten gegen verschiedene fesselnde Geister und Gesinnungen. Jesus weht ein kräftiger Gegenwind entgegen, sowohl von den Schriftgelehrten als auch von seiner eigenen Familie. Jesus zeigt, dass sich dieser Gegenwind aus der Quelle der „bösen Geister“ speist.
Die Bibel redet häufig von „Dämonen“, von bösen Mächten, die den Menschen in Besitz nehmen, ihn fesseln und krank machen. Fridolin Stier nannte diese Mächte die „Abergeister“. Sie zeichnen sich dadurch aus, dass sie den Menschen vom gottgewollten Leben abhalten durch Sätze wie: „Aber, das darf ich doch nicht! Aber, das war doch immer schon so! Aber, aber!“ Diese inneren, „bösen“ Stimmen halten den Menschen davon ab, seine geisterfüllte innere Stimme zu hören und selbstbestimmt der eigenen Berufung zur Fülle des Lebens zu begegnen und zu folgen. Wer von einem solchen Geist besessen ist, der ist wie von Sinnen, tickt anders, ist fremdbestimmt, nimmt seine innersten Bedürfnisse nicht mehr wahr. Solche „bösen Geister“ können etwa der Alkohol, die Drogen, der Arbeitstrieb, der Pessimismus sein. Alle diese Besessenheiten erlauben es nicht, sich Gott zu überantworten, an ihn zu glauben und auf ihn und seine ungeahnten Möglichkeiten zu vertrauen. 

Jesus weist seine Gegner darauf hin, dass Gott die Vollmacht hat, von diesen „bösen Geistern“, diesen Fixierungen und gedanklichen Fesseln zu befreien

 

Wenn Jesus mit Vollmacht diese Geister austreibt, dann steht Gottes Kraft dahinter, kein dämonischer Beelzebul.
Aber nicht nur die Schriftgelehrten wollen Jesus zum Schweigen und zur Untätigkeit verdammen, sondern auch seine eigene Familie. In der Familie lernen wir, wie wir das Leben beurteilen und leben sollen. Wir übernehmen deren Wahrheiten und Werte. Wenn Jesus erkannt hat, dass er seine Familie verlassen muss, um Gottes Willen umsetzen zu können, dann löst das natürlich Angst und Widerstand aus. Sie wollen ihn vereinnahmen, ihren familiären Normen unterwerfen. Jesus wehrt sich massiv: sein göttlicher Vater ist größer und geisterfüllter als seine irdische Familie und er ist ihm mehr verpflichtet. Seine irdische Familie erweitert er mit jenen Menschen, die sich vom wahren Geist erfüllen und nähren lassen.

redaktion@rupertusblatt.at

 



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