WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG
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Der Kommentar zum Sonntag

Teilhabe am Leben Gottes

Angelika Gassner ist Referentin
für Exerzitien und Spiritualität im
Seelsorgeamt der Erzdiözese
Salzburg.

Nach der letztlich unerwarteten Begegnung der Frauen mit dem Engel des Herrn am offenen Grab, gerät einiges ins Wanken. Die Annahme, dass mit dem Tod Jesus Christus an sein Ende gekommen ist, wird nun durch ein gewaltiges Erdbeben gestürzt. Eine neue Dimension ist mit der Auferstehung des Gekreuzigten angebrochen: Furcht und Ohnmacht werden durch Zuversicht und Gewissheit ersetzt: er lebt und geht euch nach Galiläa voraus! Jene Jünger, die sich nach dem Kreuzestod furchtsam und hoffnungslos in ihren vier Wänden verkrochen haben, glauben der Frohen Botschaft, die von den mutigen Frauen vom Grab her verkündigt wird.

 

„ Da ist etwas geschehen, was die Welt und alle Fixierungen aus den Angeln hebt. Der Tod ist besiegt und Frauen legen Zeugnis davon ab!

Und es wird ihnen von ihren Gefährten geglaubt. Allein dieses Vertrauen der männlichen Jünger in ihre weiblichen Gefährtinnen ist revolutionär, galten Frauen damals ja nicht als glaubwürdige Zeugen. Wenn diese kleine Gemeinschaft der an Christus Glaubenden in ihrer Autorität zwischen Mann und Frau unterschieden hätte, dann wäre das Christentum in seinem Weiterleben gefährdet gewesen. Die Jünger hätten die Köpfe hängen gelassen und die römische These vom Grabesraub vermutlich ohne Gegenwehr hingenommen. Damit wäre die Lehre Christi wirklich mit dem Tod begraben worden. Aber die erste christliche Gemeinschaft hielt zusammen, baute auf Frauen und Männer gleichermaßen auf und vertraute darauf, dass Jesus wirklich auferstanden ist und ihnen in Galiläa begegnen würde.
Der tot geglaubte Jesus kommt dort „leibhaftig“ auf sie zu, redet mit ihnen und gibt ihnen einen konkreten Auftrag: „In der inneren Gewissheit, dass ich immer bei euch bin und sein werde, geht hinaus zu den Menschen und lehrt sie, tauft sie, lebt mit ihnen das, was ich mit euch gelebt habe: Liebe zum Menschen und Liebe zum schöpferischen und Leben fördernden Gott.“
Sie sind hinausgegangen, Frauen wie Männer, und haben diesen Auftrag mit ganzem Herzen erfüllt. Sie waren beseelt von ihren Begegnungen mit Jesus; sie waren getragen vom langen Atem der geisterfüllten Begeisterung und haben wie Maria Magdalena ein glaubwürdiges Zeugnis abgelegt, das seine umfassende Wirkung zeigt.

redaktion@rupertusblatt.at

 



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