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Papst Benedikt XVI. wurde beim Weltfamilientreffen Foto: KNA |
Papst Benedikt XVI. hat sich am Sonntag beim VII. Weltfamilientreffen in Mailand für ein „harmonisches Gleichgewicht zwischen Familie, Arbeit und Fest“ ausgesprochen.
Mailand. Kritik übte der Heilige Vater an einer „utilitaristischen Logik des Marktes“, die auch Eingang gefunden habe in die Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Benedikt XVI. äußerte sich in seiner Ansprache bei der Messe mit einer Million Gläubigen. „Arbeitszeiten und Anforderungen der Familie, Beruf und Mutterschaft, Arbeit und Fest miteinander in Einklang zu bringen ist wichtig für den Aufbau einer Gesellschaft, die menschliche Züge trägt. Gebt dabei immer der Logik des Seins gegenüber der des Habens den Vorzug: erstere baut auf, die zweite wirkt letztlich zerstörend“, sagte der Papst.
An der großen „Familienmesse“ nahmen Gläubige aus mehr als 100 Ländern teil. Die Sammlung bei der Abschlussmesse kam den Caritasstellen jener italienischen Diözesen zugute, die vom Erdbeben betroffen sind. Der Papst kündigte zudem an, dass das nächste (VIII.) Weltfamilientreffen 2015 in Philadelphia (USA) stattfinden werde.
In den modernen Wirtschaftstheorien werde Arbeit nur von ihrer Nützlichkeit her bewertet, wobei es ausschließlich um Produktivität und um Erfordernisse des Marktes gehe, fasste Benedikt XVI. zusammen: „Der Plan Gottes und die Erfahrung selbst zeigen aber, dass es nicht die einseitige Logik des eigenen Nutzens und des maximalen Profits ist, die zu einer harmonischen Entwicklung, zum Wohl der Familie und zum Aufbau einer gerechteren Gesellschaft beitragen kann, weil sie zu erbitterter Konkurrenz, starken Ungleichheiten, zu Umweltschäden, Konsumismus und zu Schwierigkeiten in den Familien führt.“ Besonders schlimm sei, wenn sich die utilitaristische Denkweise auf die zwischenmenschlichen und familiären Beziehungen ausweite.
Die Ansprache enthielt auch eine starke Ansage zum Schutz des Sonntags. Der „Tag des Herrn“ müsse geschützt werden, „es ist der Tag des Menschen und seiner Werte“. Der Sonntag sei „Tag der Familie, an dem man gemeinsam den Sinn des Festes, der Begegnung, des Miteinander-Teilens und auch der Teilnahme an der heiligen Messe erleben soll“.
kap