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Sein Lächeln und seine Liebenswürdigkeit sind unvergessen
EB DDr. Karl Berg (1908–1997) setzte die Beschlüsse der Diözesansynode um – Eröffnet Diözesanmuseum und Bildungshaus – Steht mutig auf Seiten des Volkes gegen Politiker aus Salzburg und Bayern
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Papstbesuch im Juni 1988: DDr. Karl Berg mit Papst Johannes Paul II. auf der Terasse des Kapuziner- klosters in Salzburg.
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Am Samstag, 27. Dezember, dem Festtag des hl. Evangelisten Johannes, jährt sich heuer zum hundertsten Mal der Geburtstag von Erzbischof DDr. Karl Berg, der als 87. Nachfolger des hl. Rupert von 1973 bis 1988 die Erzdiözese Salzburg leitete.Vor von 89 Jahren am 1. September 1997 haben viele österreichische Tageszeitungen darüber berichtet, zwei mit den Schlagzeilen: „Unermüdlicher Arbeiter im Weinberg“ und „Sein Lächeln ist unvergesslich“.
Erzbischof DDr. Karl Berg wurde dem Ehepaar Josef Berg und Katharina, geborene Kratochwil, am 27. Dezember 1908 in Radstadt geboren und am 29. Dezember auf die Namen Karl und Friedrich getauft. Sein Vater war als k. k. Steuerverwalter ebendort tätig. „Karli“, so wurde er in Radstadt stets gerufen, besuchte dort auch die Volksschule und erweckte bereits damals durch seine Intelligenz, seinen Gerechtigkeitssinn und seinen Fleiß Beachtung und Anerkennung.
Damit waren jene Bedingungen erfüllt, die seinen weiteren Bildungsweg bestimmen sollten. Er kam als „Kapellknabe“ nach dem Besuch der ersten Klasse Volksschule an das von Erzbischof Max Gandolph 1677 neu begründete „Domkapellknaben-Institut“ in der Sigmund-Haffner-Gasse gegenüber dem Hauptportal der Franziskanerkirche und besuchte gleichzeitig acht Jahre das Gymnasium am fürsterzbischöflichen Borromäum. Zahlreiche musikbegabte „Zöglinge“, die auf den Priester- oder Musikerberuf vorbereitet wurden, fanden dort die Möglichkeit, ihren Bildungsweg zu beginnen.
Dass Erzbischof Karl Berg gerade aus jener Gemeinde stammte, aus der an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit der größte Organist Europas seiner Zeit, nämlich Paul Hofhaimer (1459–1537) hervorgegangen war, mag vielleicht als „Omen“ anzusehen sein. Gleichzeitig mit Berg besuchte auch der spätere bedeutende Chor-
erzieher und Leiter der Wiener Sängerknaben, Hans Gillesberger, das „Kapellhaus“ in Salzburg.
Seine damals neben der humanistischen Ausbildung erworbene musische und musikalische Bildung sollte den weiteren Lebensweg und sein Wirken als späterer Erzbischof von Salzburg maßgeblich beeinflussen.
Regens Dr. Franz Fiala (1876–1945), Leiter des Salzburger Pries-terseminars und Onkel seines Jugendfreundes in Radstadt, ermöglichte Karl Berg die philosophischen und theologischen Studien an der päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Während seines Studiums erfuhr er am Collegium Germanicum jene zusätzliche Prägung, die seit dem 16. Jahrhundert zu den wichtigen Voraussetzungen für Anwärter auf deutsche Bischofsstühle zählte.
Am 29. Oktober 1933 wurde Karl Berg in Rom zum Priester geweiht und kehrte daraufhin nach Salzburg zurück, wo er nach kurzer Seelsorgetätigkeit als Kooperator in den Stadtpfarren St. Blasius und Nonntal sowie in Angath im März 1937 als Subregens am Salzburger Priesterseminar und nach dem Tod seines Förderers Dr. Franz Fiala von 1945 bis 1961 als Regens tätig war.
Intrigen bewirkten seine Abberufung, die, freilich von Erzbischof Dr. Andreas Rohracher bald erkannt, noch im gleichen Jahr zur Bestellung als Ordinariatskanzler führte. Erzbischof Dr. Eduard Macheiner ernannte ihn im Dezember 1969 zu seinem „Alter ego“ – zu seinem Generalvikar.
Bereits ein Jahr später, nach dem plötzlichen Tod, folgte ihm Karl Berg auf den erzbischöflichen Stuhl von Salzburg nach. Das Metropolitankapitel zu Salzburg wählte ihn am Stephani-Tag, dem 26. Dezember 1972, zum Erzbischof von Salzburg – zum 87. Nachfolger des hl. Rupert und 76. Erzbischof von Salzburg. Zu seinem Generalvikar ernannte er Weihbischof Jakob Mayr, dessen Verhältnis zu seinem Erzbischof stets von absoluter Solidarität geprägt war.
Erst am 5. September 1988, also kurz vor Ende seines 79. Lebensjahres, nahm Papst Johannes Paul II. das Rücktrittsgesuch des Erzbischofs an, bestellte ihn aber gleichzeitig bis zum 26. Februar 1989 zum Apostolischen Administrator der Erzdiözese. Fast genau acht Jahre nach der Annahme seines Rücktrittsgesuches starb Erzbischof DDr. Karl Berg im erzbischöflichen Alterssitz, in der „Hinterstoisser“-Villa in Mattsee.
Nach dieser kurz gefassten Lebensskizze ist nach seinem Wirken, seiner Ausstrahlung als Salzburger Erzbischof zu fragen. Zu seinen ersten von Vorgänger Erzbischof Dr. Eduard Macheiner übernommenen Aufgaben zählte der durch die Diözesansynode 1968 vorgegebene Auftrag, die Beschlüsse des II. Vatikanischen Konzils auch in der Salzburger Erzdiözese zu verwirklichen.
Schwerpunkte setzte er allerdings zunächst in den ökonomischen und kulturellen Aufgaben der Erzdiözese. Mit der Ernennung von Prälat Dr. Sebastian Ritter Anfang 1973 zum Finanzkammerdirektor als Nachfolger des im Oktober 1972 verstorbenen Benedikt Stampfl stellte Erzbischof Berg die Weichen für ein zukünftiges Finanzwesen der Erzdiözese, das Sicherheit und vor allem im Bauwesen Innovationen mit sich brachte. Mit Unterstützung seines Finanzkammerdirektors konnte Erzbischof Berg im Jahre 1974 die von seinem Kunstkonservator, Dr. Johannes Neuhardt, angeregte Idee eines Diözesanmuseums verwirklichen, das heute im Kreis der Salzburger Kunstmuseen einen nationalen und internationalen hohen Stellenwert einnimmt.
Im selben Jahr konnte sich Erzbischof Berg auch über das von ihm geförderte und mit großer Anteilnahme verfolgte 1200-Jahr-Jubiläum freuen, das aus Anlass der Wiederkehr des von Bischof Virgil im Jahre 774 geweihten alten Salzburger Doms mit großem Aufwand gefeiert wurde. Eine Festschrift gibt davon Zeugnis, in der nicht nur archäologische, historische, kunst- und musikgeschichtliche Fragen neu diskutiert, sondern auch zukunftsorientierte pastorale Fragen angesprochen wurden.
Das schon 1967 projektierte Bildungshaus St. Virgil, das 1976 vollendet und von Erzbischof Berg gesegnet werden konnte, ist ein nachhaltiges Zeugnis der fruchtbaren Zusammenarbeit von Erzbischof Berg mit seinem „Ökonom“ Sebastian Ritter. Das Bildungshaus dient heute nicht nur diözesanen Bedürfnissen, sondern wird auch von Land und Stadt Salzburg sowie von anderen öffentlichen Institutionen für Kongresse genutzt.
Umso unverständlicher erscheint heute die Auseinandersetzung im Salzburger Gemeinderat zu Erzbischof Bergs 75. Geburtstag im Jahre 1983, als man den Antrag, ihm die Ehrenbürgerschaft zu verleihen, zu Fall bringen wollte. Man stellte die Frage: „Wo liegen die Verdienste um das Wohl der Stadt, die über die Erfüllung seiner Funktion hinausgehen?“
Nicht nur kirchenintern, als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz sowie als Vorsitzender der Liturgischen Kommission im deutschen Sprachgebiet, sondern auch im öffentlich-politischen Bereich, hat er seine Meinung bis wenige Jahre vor seiner Resignation als Erzbischof von Salzburg vertreten. Zu Eskalationen, die ihm in der Bevölkerung große Sympathieäußerungen eintrugen, kam es in der Auseinandersetzung mit hochrangigen Politikern im Land Salzburg und im benachbarten Freistaat Bayern:
In Salzburg im Herbst 1984 als ihn Landeshauptmann Dr. Wilfried Haslauer zwingen wollte, den Marienfesttag am 8. Dezember als einkaufsfreien Feiertag für das Offenhalten der Geschäfte freizugeben. Der Erzbischof blieb bei seiner Ablehnung, die jedoch keine nachhaltige Wirkung zeigte. Auch die Verfassungsklage, die Sozialminister Alfred Dallinger gegen Landeshauptmann Haslauer einbrachte, half nicht. Dennoch hat der Landeshauptmann am 19. Dezember 1984 anlässlich der Verleihung des Großkreuzes des Ehrenzeichens des Landes Salzburg festgestellt: „Diese Meinungsverschiedenheit hat die Zusammenarbeit zwischen Land und Kirche sowie den menschlichen Kontakt nicht nachhaltig beeinträchtigen können.“
In Bayern nahm Erzbischof Berg beherzt Stellung gegen den Bau der Atom-Wiederaufbereitungsanlage Wackersdorf und setzte sich nachdrücklich für den Aufruf ein: „Mütter für eine atomfreie Zukunft“. Zweifellos zog er sich durch seine moralischen Bedenken den Unmut des bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß zu, der bewirkte, dass die Beziehungen zwischen Salzburg und Bayern merklich abkühlten.
Gekrönt wurde seine Laufbahn als Erzbischof von Salzburg durch den Papstbesuch im Juni 1988, wenige Wochen vor der Annahme seines Rücktrittsgesuches durch Papst Johannes Paul II.
An den Schluss dieser Würdigung ein Zitat aus einer Kolumne der Salzburger Nachrichten, deren Chefredakteur Karl-Heinz Ritschel zum 75. Geburtstag des Erzbischofs formulierte: „Die Kirche verfügt in Salzburg über ein erkleckliches Maß an Ansehen. Und ein Gutteil dieses Maßes ist Karl Berg zu verbuchen, der in seiner persönlich höchst bescheidenen Art tiefen Glauben, aber auch unbeirrbares Bekennen vorlebt.“ KR Dr. Ernst Hintermaier