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Der Gottesdienst im Fußballstadion war Höhepunkt Foto: KNA |
Köln. „Herr, zu wem sollen wir gehen?“ Die Leitfrage des Eucharistischen Kongresses beantworteten am Sonntag 20.000 Men-schen mit den Füßen: Sie kamen im Kölner Rhein-Energie-Stadion zum Schlussgottesdienst zusammen. Wo sonst der 1. FC Köln kämpft, beteten und bekannten Katholiken ihren Glauben. Zwar gibt es in der katholischen Kirche eine mehr als 100-jährige Tradition dieser Art von Treffen; der letzte Kongress fand aber schon vor Jahrzehnten in München statt. Anders als Katholikentage mit ihrem ge-sellschaftspolitischen Anspruch
ist der Eucharistische Kongress religiöser akzentuiert. Bischofskonferenz und Erzbistum Köln konnten dennoch rund 48.000 Teilnehmer für ein Programm rund um Glaubensgespräche und Gottesdienste mobilisieren.
Fest des Glaubens
Das Hauptthema des Festes, die in Gestalt von Brot und Wein gefeierte Gegenwart Gottes, ist für viele Menschen schwer zugänglich. Diese Konzentration auf den Kern des Glaubens bedeute aber keineswegs einen Rückzug in einen frommen Elfenbeinturm, betonte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch. Die Kirche wolle aktiv die moderne Welt mitgestalten. Das ist die große Botschaft, die von Köln in Richtung Gesellschaft ausgehe. Dazu passt die Grußbotschaft des Papstes, mit der er sich erstmals offiziell an die Katholiken in Deutschland wendet: Geistliche und Laien hätten den Auftrag, „Gott zur Welt und die Welt zu Gott zu bringen“.
Aber über dieses mehr nach außen gerichtete Signal will der Kongress vor allem zur inneren Selbstvergewisserung beitragen. In ihren Glaubensgesprächen greifen gleich mehrere Bischöfe das Faktum auf, dass die Zahl der Kirchenmitglieder geringer wird – um dann aber die Gläubigen zu Selbstbewusstsein aufzurufen. Ein Außenseiterdasein sei kein Grund zur Entmutigung, sagt etwa der Berliner Kardinal Rainer Maria Woelki. Und Kurienkardinal Walter Kasper betont, zur Geschichte der Kirche gehöre das Leben in der Krise und als Minderheit dazu. Die Kirche müsse die Frage nach Gott und Christus wieder ins Zent-rum rücken. kap