WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG
| Home | Erzdiözese | Österreich | Weltkirche | Glaube | Leserforum | Sarah&Daniel | Serien | Verlag | Kontakt | Neu-Abo   

Diese Seite kommt aus dem Archiv!

Eine Rose für die Menschlichkeit

Grosses Engagement bringt Halleiner Institutionen den Preis 2007

Der Arbeitsgruppe „Integration in Hallein“ und dem
Verein „Kristall“ wurde die „Rose der Menschenrechte“
verliehen. Im Bild (v. l.) Dr. Astrid Stranger, Gerlinde
Ulicinar Yentürk, Alexandra Schmidt und
Dr. Josef Mautner.                                       Foto: gat
Gleich zwei Halleiner Institutionen bekamen von der Plattform für Menschenrechte die Rose der Menschenrechte verliehen. Auszeichnungswürdig war ihr außergewöhnliches Bemühen um die Integration von Migrantengruppen in Hallein.

Salzburg. Am Ende des Jahres der Chancengleichheit verleiht die Plattform für Menschenrechte die Rose für Menschenrechte. Sie geht an den Verein „Kristall“ und die Arbeitsgruppe „Integration in Hallein“. Beide Gruppen arbeiten in Hallein unter schwierigen Bedingungen. So berichtete Dr. Astrid Stranger, Vizebürgermeisterin der Stadt und Vertreterin der Arbeitsgruppe „Integration in Hallein“, dass es auf beiden Seiten große Hürden zu geben scheint. Vor allem Wortwahl und Verhalten seien sehr aggressiv, beklagte die Vizebürgermeisterin. Den Grund sieht sie vor allem in der Angst vor und der Unwissenheit über die jeweils andere Kultur. Gerade deswegen ist der Leitspruch der Arbeitsgruppe „Hinschauen und nicht wegsehen“. Ziel ist es die Spannungsfelder im Zusammenleben der verschiedenen Kulturen zu erkennen und Lösungen dafür zu suchen. So soll ein friedvolles Zusammenleben der Kulturen ermöglicht werden.
Dem Verein „Kristall“ kommt dabei besondere Bedeutung zu. Der Verein hat sich interkulturelle Beratung, Bildung und Begegnung auf die Fahnen geschrieben. In den sieben Jahren seines Bestehens war der Verein „Kristall“ durchaus erfolgreich. Einheimische konnten vielfach über die Kultur und die Lebensart der Migrantengruppen aufgeklärt werden. Die Medien reagierten in ihrer Berichterstattung sehr positiv auf die Vereinsaktivitäten und auch die Gemeindepolitik wurde durch die Arbeit von „Kristall“ verbessert. Trotzdem ist Gerlinde Ulicinar Yentürk besorgt über die derzeitige Situation. Zwar waren Interesse und Mitarbeit zu Beginn enorm, doch sind die Mitarbeiter über die Jahre weniger geworden, der Bedarf aber blieb ungebrochen. Benötigt würden vor allem Übersetzungen und Hilfe bei Behördengängen. Die Rose für Menschenrechte solle ein Zeichen setzen, die die Leistungen beider Gruppen auszeichne und ein Anstoß sein Chancengleichheit für Menschen mit Migrationshintergrund in Salzburg weiter zu fördern, so Dr. Josef Mautner, Sprecher der Plattform Menschenrechte. Besonderen Handlungsbedarf sieht Dr. Mautner noch in der Anerkennung von im Ausland erworbener beruflicher Ausbildung. Das sei oft nur mit kaum überwindbaren Hürden zu schaffen. Viele können diesen steinigen Weg erst gar nicht antreten und seien dadurch gezwungen in Jobs zu arbeiten, die nicht ihren Qualifikationen entsprechen. Es bedürfe noch vieler Anstrengungen um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen. gat



Vorteilsclub