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Helfen statt entsorgen

 

Die Ehrenamtlichen machen den Unterschied,
ob von einer Idee nur gesprochen oder sie
auch umgesetzt wird. In Straßwalchen hat es geklappt.

Foto: SOLEArt

Konkret. Die Stromrechnung ist noch offen, die Waschmaschine kaputt und die Kinder entwickeln einen unstillbaren Appetit. Für immer mehr Österreicher ist der „normale“ Alltag ein finanzieller Drahtseilakt. Erleichterung für Betroffene sind Sozialmärkte wie jener in Straßwalchen oder Projekte wie die „Flachgauer Tafel – Eugendorf“.

Ingrid Burgstaller

Eugendorf/Straßwalchen.
Wie rote Linsen zu einem leckeren Gericht verarbeitet werden können? Manches Mal muss Brigitte Schmitzberger mit einem Rezepttipp aushelfen und unbekanntes Gemüse schmackhaft machen. „Aber das tue ich gerne.“ Überhaupt seien ihr das Gespräch und die Begegnung „auf Augenhöhe mit den Kunden wichtig“. Schmitzberger ist organisatorische Leiterin der Eugendorfer Tafel, einer Initiative, die der Soziale Hilfsdienst verwirklichte. Zweimal in der Woche werden im Ausgabelokal unter dem Pfarrsaal gegen den symbolischen Beitrag von einem Euro Waren an sozial und wirtschaftlich benachteiligte Eugendorfer und Hallwanger ausgegeben.
Das Angebot kommt von Firmen aus der Umgebung, dem ortsansässigen Bäcker aber auch von Bauern. Die Abholung, Sichtung und Weitergabe der Produkte erledigen Ehrenamtliche. Die Eugendorfer Tafel wurde übrigens zum Vorzeigemodell. Heute gibt es einen eigenen Verein und  als nächstes soll die „Flachgauer Tafel – Trumer Seenland“ starten.

Seit Juni Sozialmarkt in Straßwalchen

Es gibt Lebensmittel im Überfluss und dennoch herrscht bei vielen Leuten ein Mangel. Der Sozialmarkt  „SOLEart“– Soziale Lebensart“ in Straßwalchen hat sich deshalb das Motto „Verwenden statt verschwenden – Solidarität für unsere Mitmenschen“ auf die Fahnen geschrieben. „Mit Hilfe der Gemeinde ist es möglich, Menschen denen es finanziell gerade nicht so gut geht Waren zur Verfügung zu stellen, die sie bei uns um circa ein Drittel des Normalpreises kaufen können“, erklärt Theresia Wallerstorfer vom Projektteam, die wie alle anderen in der mehr als 30-köpfigen Helferschar ehrenamtlich arbeitet. Wer im Sozialmarkt einkaufen möchte, erhält den erforderlichen Ausweis im Service- und Familienbüro Straßwalchen unter der Tel. 06215/5308. 



Carla St. johann

Stöbern, staunen, finden und kaufen

Der Caritas Laden, kurz Carla, in St. Johann in Tirol ist ein Sozialmarkt. Menschen, die über einen Einkaufspass verfügen, können sich zu günstigen Bedingungen mit Lebensmitteln eindecken. Der zweite Teil des Geschäftes ist ein Second-Hand-Markt. Hier ist jeder willkommen, der gerne günstig kauft oder besondere Einzelstücke sucht. Das Angebot reicht von Bekleidung, Spielwaren bis zu Sport- und Freizeitartikel. Carla ist aber auch ein gemeinnütziges Beschäftigungsprojekt. Frauen erhalten einen befristeten Arbeitsplatz, der sie für den Wiedereinstieg in den ersten Arbeitsmarkt fitmacht.
Wer den Carla in St. Johann noch nicht kennt, der könnte den nächsten Sonderverkauf nützen. Jeden ersten Freitag im Monat werden draußen Verkaufstische aufgebaut. Was im Geschäft keinen mehr Platz findet aber dennoch zu schade zum Wegwerfen ist, wird dann direkt vor der Carla-Türe angeboten. Hier können Frau und Mann stöbern und Geschirr, kleine Elektrogeräte, Dekorationsartikel und anderen Hausrat zu kleinen Preisen mit nach Hause nehmen. Das Carla-Team verwöhnt seine Kunden außerdem mit Kaffee und Kuchen. Der gesamte Erlös kommt dem Sozialprojekt Carla in St. Johann zugute.
 

TIPP: Carla St. Johann in Tirol, Bahnhofstraße 7, Tel. 05352/62522, E-Mail: carla.st.johann@caritas-salzburg.at. Jeden ersten Freitag im Monat von 9.00 bis 18.00 Uhr Sonderverkauf von ausgewählter Second-Hand-Ware vor dem Geschäft


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