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Ein Stück Natur mitten im Salzburger Foto: bam |
Salzburg. „Eine Hummel kostet zwei Euro“, rechnet Gemüsebauer Franz Winklhofer aus der Stadt Salzburg vor. Seit gut sechs Jahren muss er zukaufen, was früher einfach in der Natur da war: ein Hummelvolk. „Die Tiere bestäuben das Gemüse, vor allem aber die Tomaten“. Ein Ertragsrückgang von rund einem Drittel zwang ihn, Maßnahmen zu ergreifen. Heuer ließ er eine große Blumenwiese vor dem Haus einfach stehen und pflanzte Lavendel rund um die Tomatenbeete. „Das lockt Bienen und Hummeln an“, weiß der Experte.
Weniger Insekten – weniger Früchte
Die Gründe für das Ausbleiben der emsigen Insekten liegen auf der Hand: „Es gibt fast keine Wiesen mehr, und wenn, dann werden sie zu oft gemäht“, ist der Bauer sicher. Ins gleiche Horn stößt der Umweltreferent der Erzdiözese, Hans Neumayer: „Wer zweimal pro Saison mäht, macht es genau richtig.“ Außerdem sei der englische Rasen ein Zeichen der uneingeschränkten Herrschaft des Menschen, ärgert er sich über den ästhetischen Perfektionswahn in Sachen Gartengestaltung, „so geht man mit der Schöpfung nicht um“. Monokulturen in der Landwirtschaft täten ihr übriges. Die Rechnung bekommt jeder auf dem Teller serviert: „Wenn die Insekten zum Bestäuben fehlen, geht der Ertrag zurück und die Früchte werden kleiner“, warnt der Umweltreferent.
Balkone als Schlemmerweide für Bienen
„Pflanzen Sie auf Ihrem Balkon Kräuter und Blumen“, appelliert Neumayer an all jene, die keinen Garten besitzen. Thymian, Salbei, Bohnenkraut oder Minzen schmecken nicht nur uns, sondern auch den Bienen und Hummeln. Wer wissen will, ob in seinem Garten genug wächst, dem rät er, ein Herbarium anzulegen: verschiedene blühende Wildpflanzen sammeln, trocknen und bestimmen. Wer mindestens 20 Arten zusammenbringt, ist auf einem guten Weg. Oder gehen Sie unter die Hoteliers: Aus gebündelten Schilfrohren wird südseitig regengeschützt aufgehängt schnell ein Bienenhotel.