WOCHENZEITUNG DER ERZDIÖZESE SALZBURG
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Umdenken ist A und O

Wie viel Energie in der Sonne steckt demonstriert Dieter Seifert
gerne mit seinem selbst erfundenen Solarkocher. Egal ob Bratwürstel,
Linseneintopf oder Kuchen, scheint die Sonne kann in dem umwelt-
freundlichen Kocher alles zubereitet werden. Um jedes Kind auf die
Kraft der Natur aufmerksam zu machen fordert Seifert ein globales
Schul-Solarkocher-Programm. 

Foto: AAI

 

Der Schock durch das zweite Jahrhunderthochwasser sitzt tief. Egal ob mit Geldspenden oder Mitarbeit bei der Beseitigung der Schäden – die Menschen halten zusammen. Solidarität lautet das Stichwort auch beim Klimaschutz. Jeder Einzelne kann dazu beitragen, den Klimawandel zu verlangsamen. Gefordert ist vor allem die Politik.

Monika Bamberger

Salzburg. Ihre Lehren haben die Einsatzkräfte aus dem Hochwasser von 2002 gezogen. Deiche wurden erneuert, der mobile Hochwasserschutz ausgebaut. Dennoch hat das Hochwasser wieder verheerende Schäden angerichtet. Freiwillige Helfer unterstützen die Opfer so gut es geht. Viele Experten sind überzeugt, dass solche extremen Wetterereignisse weiter zunehmen werden. Schuld daran sei der Mensch, der zu viel CO2 produziert. Deshalb wird es weltweit immer wärmer, was Unwetter begünstigt.

Klimaziele und wie man sie verfehlt
Beispiel Salzburg: Schon 1994 hat sich die Landesregierung eine Reduktion der Treibhausgasemission und des gesamten Energieverbrauchs zum Ziel gesetzt. Tatsächlich haben die Salzburgerinnen und Salzburger in den vergangenen Jahrzehnten statt weniger gleich um 16 Prozent mehr CO2 produziert. Ähnlich sieht es beim Gesamt­energieverbrauch aus, er stieg fast um ein Fünftel. Der Politologe Erich Mild beschäftigt sich seit langem mit der Energiepolitik des Landes. Dafür, dass sich viel verändert hat, hat er einen handfesten Beweis: „Vor 40 Jahren konnte ich als Kind in meinem Heimatort St. Johann im Pongau von unserem Hausberg auf Schi bis vor die Haustür fahren, die Krampusse haben wir Kinder Anfang Dezember mit Schneebällen beworfen. Das alles gibt es heute nicht mehr.“


Trendwende ist überfällig
Jeder Einzelne kann dazu beitragen, die Energiewende herbeizuführen. Ein gro­ßer Teil der Verantwortung liege aber bei den Politikern, betont Mild. Neue Ziele gibt es schon: bis 2020 soll die Hälfte der Energie aus erneuerbaren Quellen kommen, bis 2050 soll das Land Salzburg völlig unabhängig von Erdgas oder Erdöl sein. Um das zu erreichen, müssen vier große Wasserkraftwerke oder 100 Windräder gebaut werden, die Strom liefern. Zudem muss der Energieverbrauch um elf Prozent reduziert werden. „Das fordert von uns allen eine Lebensstiländerung, die Voraussetzungen dafür muss die Politik schaffen“, fordert Mild. Solidarität mit den Opfern des Hochwassers bedeutet daher für Politiker und Bürger nicht nur beim Aufräumen zu helfen, sondern möglicht bald auch Klima- und Energieziele umzusetzen und den eigenen Lebenswandel zu verändern.

 



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