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Frei heraus

Die Schule als Modetreff


Linda Linöcker ist
Geschäftsfrau in Mattighofen.



Ich beobachtete, wie ein halbwüchsiges Mädchen in einem Schuhgeschäft ihre Mutter beschimpfte, weil sie sich weigerte, für Turnschuhe 140 Euro auszugeben. „Alle tragen die!“, schrie das Mädchen, „du bist echt gemein!“ Den Blicken der Umstehenden ausgeliefert, kaufte sie die Mutter dann doch. Wer will schon als gemeine Mutter gebrandmarkt werden?
Schuhe von Nike oder Reebok, Jeans von Levis und T-Shirt von was weiß ich, ein Handy mit Internetfunktion und teure Steppjacken, weil’s angeblich jeder hat!
Ein Fass ohne Boden wird das, bis die Sprösslinge für das kommende Schuljahr gerüstet sind. Das geht schon bei den Kleinen los, aber mit zunehmendem Alter der Kinder ist der Markendruck für viele Eltern kaum noch erschwinglich. Leider ist es in unserer so genannten Wohlstandsgesellschaft wirklich so, das die „aufgemascherlten“ Kinder über jene, deren Eltern nicht mithalten, die Nase rümpfen. Niemand will, dass seine Lieblinge als Außenseiter gelten. Also wird gejammert und an allen Ecken und Enden abgezwackt, nur um die Modepüppchen auf den Schulweg zu schicken.

Da lobe ich mir die Schuluniformen, die hauptsächlich in den südlichen Ländern getragen werden! Jede Schule hat die für sie typische Kleidung, da gibt es wenigstens äußerlich keinen Unterschied zwischen arm und reich. Und der Beliebtheitsgrad der Mitschüler muss sich an wichtigeren Dingen orientieren.
Frei heraus: Das wäre einmal ein Thema für einen Elternabend!


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