
Dr. Marie Luis Zuzan,
Familien- und Erziehungs-
beraterin des Landes Salzburg.
Bereits im Volksschulalter stehen manche Kinder unter Stress und reagieren mit Gereiztheit und Aggression oder aber sie ziehen sich in sich zurück, entwickeln Ängste oder psychosomatische Beschwerden.
Was ist unter Stress zu verstehen? Gemeint ist hier nicht die positive Herausforderung, die uns allen gut tut, sondern der belastende negative Stress, der entsteht, wenn der Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung nicht mehr gegeben ist. Wenn dem Kind zu wenig freie Zeit für Erholung und Spiel bleibt. Wenn ein Kind in der Schule Lernprobleme hat, kann ein „mehr an Üben“ die Probleme unter Umständen noch verstärken. Den ganzen Nachmittag bei Hausaufgaben und Zusatzübungen sitzen, stresst und entmutigt.
Vielmehr muss nach den Ursachen gesucht und ziel-genau vorgegangen werden. Aber auch Aktivitäten wie Ballett-, Klavier- und Turnstunde sind keine frei gestaltete Zeit und es muss sensibel beobachtet werden, ob das Kind nicht ohne Atempause von einer Aktivität in die andere gejagt wird. Kreativität entwickelt sich vor allem, wenn Zeit für freie Betätigung vorhanden ist. Kreativität ist auch für das spätere Leben eine Quelle, aus der Entspannung geschöpft werden kann.