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Vorfreude ist die schönste Freude

Wer kennt nicht dieses prickelnde Gefühl der Vorfreude, wenn man sich daran macht, sich auf ein großes Ereignis einzustellen?
Nun, wir Christinnen und Christen stellen uns auf das wichtigste Fest des Glaubens ein, auf die Feier von Tod und Auferstehung Jesu zu Ostern. 40 Tage lang bereiten wir uns darauf vor.
Die Vorbereitung beginnt mit dem Innehalten, wo ich stehe und dem Suchen, was als Ziel da steht. Dann kommt die Umsetzung in kleine, gehbare Schritte.
Suchen Sie sich eine konkrete Aufgabe, die Sie üben möchten, die Ihnen wichtig ist, um freier und gelassener zu werden, um für das große Fest innerlich bereit zu sein. Nehmen Sie sich nicht zu viel vor und denken Sie daran: Auch der längste Weg beginnt mit dem ersten Schritt!
Ich wünsche Ihnen diesen Mut zum Wagnis und eine gesegnete, erkenntnisreiche Fastenzeit!

Dr. Alois Kothgasser
Erzbischof


Raus aus dem Alltagstrott

oder: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne ...


Es ist kein Meister vom Himmel gefallen. Der Übungsweg geht ein Leben lang. Die Fastenzeit lädt ein, sich bewusst auf einen Übungsweg einzulassen.

Wege durch die Fastenzeit mit
Elisabeth Romana Mondl

Das Fasten kann dem Leben eine andere Richtung geben.

Klagen Sie auch manchmal über Langeweile oder darüber, dass entweder alles so dahinläuft oder Sie so gefordert und schier getrieben sind, dass Sie nicht mehr zum Denken kommen, dass nichts mehr Spaß macht, dass alles schon so vertraut ist?
Dann haben Sie jetzt einen wirklich guten Anlass, Halt zu machen und einen neuen Weg einzuschlagen.
Die österliche Bußzeit, die am Mittwoch begonnen hat, lädt uns ein, sich auf Wesentliches zu besinnen und gibt uns die Möglichkeit, sieben Wochen lang etwas einzuüben: das kann sein ein Loslassen und Freiwerden für anderes, das kann sein eine bestimmte Haltung im Umgang mit unseren Mitmenschen oder sich Zeit zu nehmen für die Pflege von Beziehungen – was auch immer es sei.
Dieses Üben dürfen wir uns zugestehen, ohne Druck. Sie werden spüren, wie befreiend es sein kann, sich auf Neues einzulassen. Sie können sich in einer großen Gemeinschaft wissen, in der jede/jeder eine Lernende, ein Lernender ist und Sie werden spüren, wie sich die Welt um Sie verändert, weil Sie zu einer neuen Welt- und Menschensicht geführt werden, weil sich Wertigkeiten verschieben.
Wenn Sie nach vorne schauen, erscheint Ihnen der Weg vielleicht zu beschwerlich oder zu lang. Halten Sie es wie der Straßenkehrer Beppo, der im Gespräch mit dem Mädchen Momo sein Geheimnis verrät, warum ihn auch die längste Straße nicht mutlos werden lässt: Er tut es mit dem bewussten Atemzug – Schritt – Besenstrich,ohne auf die Länge oder die Breite der Straße zu achten. Könnte das nicht für Sie übersetzt heißen: Nur für die konkrete Stunde oder den konkreten Tag lebe ich meinem Vorsatz!



MEIN FASTENTAGEBUCH

Erkenntnisse nicht untergehen lassen

Viele Menschen halten es mit dem Tagebuchschreiben. Probieren auch Sie es in dieser Fastenzeit. Legen Sie sich ein kleines Heft an, das schon vom äußeren Rahmen einlädt, es für Besonderes zu nutzen. Lassen Sie das positiv Erlebte nicht in Vergessenheit geraten und suchen Sie die Verschwiegenheit Ihres Tagebuches, wenn Ihnen etwas nicht gelungen ist.
Ein Zauber geht von leeren Seiten aus, die darauf warten, gefüllt zu werden mit dem, was in diesen 40 Tagen bis Ostern gelebt und erlebt, geübt und begriffen wird.
Und noch etwas: Suchen Sie sich einen vertrauten Menschen oder einen Bekannten, der sich wie Sie in die Übungszeit begibt und tauschen Sie einmal in der Woche Ihre Erfahrungen aus.



OSTERSYMBOLE

Die Asche


In vielen Kulturen gilt Asche als Symbol der Vergänglichkeit, in unseren Breiten war sie lange Zeit Bestandteil von Reinigungsmitteln wie Seifen.
Im Christentum wurde sie zum Zeichen der Buße, zum Zeichen der Bereitschaft zur inneren Erneuerung, soll aber auch gleichzeitig an die Vergänglichkeit des Menschen erinnern.