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Erzbischof eröffnete "Haus für Mutter und Kind"

Neues Hilfsprojekt für Schwangere und Mütter in Notsituationen - Salzburger Erzbischof fordert die vor 30 Jahren versprochenen "flankierenden Maßnahmen" ein

Salzburg. Das neue "Haus für Mutter und Kind" im Salzburger Kolpinghaus wurde am Montag von Erzbischof Alois Kothgasser und der Salzburger Landesrätin Doraja Eberle offiziell eröffnet. Seit Anfang September finden Schwangere und Mütter in Notsituationen im neuen Haus eine betreute Unterkunft. Zwei Frauen mit jeweils einem Kind sind bereits eingezogen, für drei weitere Wohneinheiten besteht rege Nachfrage.

Wie Erzbischof Kothgasser betonte, sei eines der größten Probleme für Frauen in einer ungewollten Schwangerschaft die fehlende Wohnmöglichkeit. Dazu kämen auch fehlende Möglichkeiten, die Berufsausbildung abzuschließen. Dem wolle man mit dem neuen Projekt entgegenwirken.

Kothgasser erinnerte daran, dass vor 30 Jahren in Österreich mit der so genannten Fristenregelung der Schwangerschaftsabbruch und damit die Tötung menschlichen Lebens im Mutterleib straffrei gestellt wurde. Damit sei der Gesellschaft eine tiefe Wunde zugefügt worden. Von der Fristenregelung sei im Laufe der Jahre im Bewusstsein weiter Teile der Bevölkerung ein "Recht auf Abtreibung" abgeleitet worden. Er bedauere es sehr, dass Landeschefin Gabi Burgstaller das Wort vom "Recht auf Abtreibung" aufgenommen habe und nun auch in den öffentlichen Salzburger Landeskliniken umsetze. Kothgasser: "Mit der Tötung der Leibesfrucht werden aber die Grenzen menschlicher Freiheit überschritten, am schwächsten und unschuldigsten Menschen wird schweres Unrecht begangen".

Zugleich gehe es ihm aber nicht um eine Bestrafung von Frauen, die eine Abtreibung vornehmen lassen, betonte der Erzbischof: "Mir ist bewusst, dass es hier vielfach wenigstens zwei Opfer gibt: das Kind, das im Mutterleib getötet wird, und die Frau, die ihr Kind abtreiben lässt". Es gehe ihm vielmehr darum, "Frauen in dieser schwierigen Situation jede nur erdenkliche Hilfe zuteil werden zu lassen, um zu ihrem Kind Ja sagen zu können".

Kothgasser erinnerte auch daran, dass bei der gesetzlichen Festschreibung der Fristenregelung "flankierende Maßnahmen" versprochen wurden, die mithelfen sollten, Abtreibungen zu verhindern. "Vielfach blieben dies aber lediglich leere Versprechungen von politisch Verantwortlichen", so der Erzbischof wörtlich. Neben der konkreten Hilfe für Schwangere in Not gebe es auch die Notwendigkeit der Verbesserung der Beratung, "denn es gibt nicht nur ungewollte Schwangerschaften, es gibt auch ungewollte Abtreibungen".

Wie der Salzburger Erzbischof mitteilte, sei derzeit ein von ihm ins Leben gerufener Arbeitskreis dabei, ein Konzept zur Verbesserung der Beratung zu erarbeiten. Konkrete Ergebnisse würden aller Voraussicht nach noch heuer präsentiert.

Für das Projekt "Haus für Mutter und Kind" stellen die Erzdiözese Salzburg und das Land Salzburg insgesamt 250.000 Euro zur Verfügung. "Das Geld soll für etwa drei Jahre reichen. Wir sind zuversichtlich, dass es weitergehen wird", so Anton Ehammer, Vorsitzender der "Aktion Leben"-Salzburg. (KAP)